Das Theater von Elfriede Jelinek und Peter Wagner trägt zur Wieder(an)erkennung und Wiederfindung einer Identitätbei, die durch die sukzessiven Traumata der österreichischdeutschen Geschichte sowie durch das widersprüchlicheVerhältnis Deutschstämmiger zu ihrer faschistischen Vergangenheit beeinträchtigt wurde. Den offiziellen Gedenkfeiernseit Anfang der 1990er Jahre, die mit dem allmählichen Verschwinden der letzten Holocaust-Zeitzeugen einhergehen,setzen die von ihnen hervorgerufenen Texte, Inszenierungen und stimmlichen Performances ein Theater derGedächtnisorte und -räume entgegen. Die Analyse der textuellen und szenischen Strategien unter dem Blickwinkelder Formen, Strukturen und Funktionen von Erinnerung und Gedächtnis bringteine spezielle Theaterästhetikdessen an den Tag, was alseine Kunst «erinnernderWieder-Holung» bezeichnetwerden kann.