Dekolonisierung des Denkens

Der französische Anthropologe Philippe Descola hat mit seinem Werk "Jenseits von Natur und Kultur" (2011) eine einzigartige Sozialontologie vorgelegt, in der er ein Analysemodell aufbauend auf einem "relativen Universalismus" vorschlägt. Dieses Modell verfolgt, so die These des Beitrages, eine Dekolonisierung des okzidentalen Denkens insofern, als es den dafür typischen Natur-/Kultur-Dualismus durch dessen Korrelationierung mit anderen globalen Naturbeziehungen als nur eine von mehreren Möglichkeiten konzipiert, menschliche und nicht-menschliche Kollektive zu denken. Der Beitrag stellt Descolas antihegemoniale Epistemologie vor und diskutiert seine Kritik am "Soziozentrismus" im Anschluss an die rezenten Debatten um eine sozialtheoretisch orientierte Neudefinition normativer Grundfragen. Descolas Forderung nach einer sozialwissenschaftlichen Selbstrelativierung wirft ein Licht auf die gesellschaftspolitischen Potenziale einer ökologischen Anthropologie, die sich den dringenden Fragen stellt, welche die zerstörerischen Auswirkungen der westlichen Naturkonzeption auf dem Globus hinterlassen haben.

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Additional Info

Field Value
Source Mittelweg 36
Author Bogusz, Tanja
Maintainer CCSD
Last Updated May 7, 2026, 17:05 (UTC)
Created May 7, 2026, 17:05 (UTC)
Identifier halshs-00922146
Language de
contributor Centre Marc Bloch (CMB) ; Ministère de l'Europe et des Affaires étrangères (MEAE)-Bundesministerium für Bildung und Forschung-Ministère de l'Education nationale, de l’Enseignement supérieur et de la Recherche (M.E.N.E.S.R.)-Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS)
creator Bogusz, Tanja
date 2013-10-16T00:00:00
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