Die Arbeiten zur Konstruktion von öffentlichen Problemen geben vorwiegend den Vorzug den bekanntesten Episoden und untersuchen sie vor allem unter einem kognitiven Blickwinkel. Dieser Text möchte dagegen über diese Grenze hinausgehen und neue Wege zur möglichen Erneuerung dieser Forschung aufzeigen. Er möchte zunächst darlegen, dass die Definitionsprozesse von Problemen gleichzeitig kognitive und soziale Prozesse sind, die auf die Praxis von Konfrontation und/oder von Verhandlung zwischen verschiedenen Aktorengruppen verweisen. Der Aufsatz leitet anschließend den Blick von den weitgehend öffentlichen Kampfplätzen weg, um ihn auf diskretere Spielräume zur Produktion der öffentlichen Aktion zu lenken. Dieser Text stützt sich hauptsächlich auf den Forschungsraum der kollektiven Risiken und der Gesundheitsfragen, öffnet aber auch neue Wege zur Untersuchung sämtlicher öffentlichen Probleme.